Intuition – Wie der Bauch Kopf und Herz bestimmt

Steine gestapelt im Wasser Ruhe Ausgeglichenheit beige braun

Meine innere Stimme spricht.

2025 gab es eine sehr emotional-geprägte Situation, die mich dazu veranlasste mir vorzunehmen, wieder mehr auf meine Intuition zu hören.

Ich hatte mich einmal wieder neu verliebt.

Liebe war für mich schon immer ein schwieriges Thema.

Viele Jahre verwechselte ich es mit Bindungs- bzw. Verlustangst.

Mich fanden in der Vergangenheit potentielle Partner, die mir nicht zugewandt waren, Nähe und Kommunikation vermieden, mich belogen oder flüchteten, mich verletzten, bevor oder nachdem sie meine Gefühle eroberten.

Die Wirkung von früheren Verletzungen oder Traumata sind dabei nicht zu verachten.

Mein biologischer Vater verließ mich als ich 4 Jahre alt war. Er konnte mir nie sagen, ob er mich wirklich geliebt hat. Es gibt Fotos, die mich als Baby in seinen Armen zeigen. Er sieht glücklich darauf aus, mir zugewandt. Und ich denke, er war stolz.

Heute weiß ich, dass er nicht gegangen ist, weil er mich verlassen hat. Es war eine Geschichte zwischen ihm und meiner biologischen Mutter. Ich betone das hier so, weil ich auch zu meiner Mutter keinen Kontakt mehr habe. Die Bezugspersonen und Herzensmenschen in meiner Kindheit waren meine Großeltern. Sie waren ein Elternersatz.

Menschen sind in mein Leben gekommen und gegangen. Potentielle Partner sind immer nur gegangen. Und die Partner, mit denen ich eine Beziehung geführt habe, sind auch irgendwann gegangen (vorwiegend innerlich). Sie hatten mich verlassen, bevor wir uns überhaupt getrennt haben.

Das alles hat sich immer angefühlt, wie die Wiederholung eines alten Musters:

„Der Mensch, der mich liebt, geht und sagt nichts.“

Das ist der Schmerz des kleinen Mädchens in mir.
Am Ende jeder dieser Erfahrung tat es mir immer am Meisten weh.

Und hier ein ganz persönlicher Einschub: ein besonders reflektierter und hochempathischer Mensch fühlt beide Seiten.

Doch Autsch! Ich schrieb im ersten Satz „mir vorzunehmen“. So als wenn das auf den Instinkt oder das Bauchgefühl hören, ein Projekt oder eine Aufgabe ist, die es zu erledigen gilt.

So funktioniert das mit Gefühlen jedoch nicht.

Intuition ist angeboren.

Wir Menschen haben Instinkte, denen wir auch folgen, wenn alles andere versagt.

Ich habe für mich festgestellt, dass es wichtig ist (wenn auch zu üben), Intuition von dem Gefühl der Angst, der Verletzung oder der Hoffnung bzw. eines Wunsches zu trennen.

Sie ist das, was übrig bleibt, wenn alles andere leiser wird. Manchmal habe ich einen komplexen Moment der Intuition.

Für mich fühlt es sich dann innerlich sehr ruhig, warm und schmerzfrei an.

Doch das lässt sich nicht erzwingen.

Unser „Bauchgehirn“ meldet sich, wenn etwas nicht stimmt. Manchmal ist es so laut, dass wir es gern überhören, weil unser Kopf oder Herz stark dagegen halten. Oft leide ich unter Magenschmerzen, ohne dass es z.B. ernährungsbedingte Gründe gibt.

Vielleicht möchte mir mein Bauchgefühl genau die eine Richtung vorgeben. Oder ich habe bereits tief in mir eine Entscheidung getroffen, die noch nicht in meinem Kopf oder Herzen angekommen ist.

Wahrheit und Entscheidungen sind eng miteinander verbunden.

Die Wahrheit ist für Jede*n von uns eine andere.

Doch Entscheidungen müssen wir alle treffen und das tun wir, mehrere 100 Male am Tag. Zum größten Teil sind wir uns gar nicht bewusst darüber. Doch es gibt Entscheidungen, die mächtig sind, weil sie auf Emotionen, Erfahrungen, Informationen, Werten, Zielen und auch Konsequenzen beruhen. Sie sind uns oft nicht bewusst.

Deine Wahrheit und damit Deine Entscheidung erkennst Du nicht allein an den Fakten. Du spürst sie auch im Herzen und in Deinem Bauch. Manchmal schneller als Du es mit Deinem Verstand erfassen kannst.

Du denkst einen Gedanken und schon erlebst Du ein Hochgefühl, freust Dich wie ein kleines Kind und fühlst Dich beseelt.

Entscheidungen treffen.

Doch was macht es mit Dir, wenn Du eine Entscheidung treffen musst und Du Dich in diesem Moment fühlst, als würdest Du Dich selbst betrügen oder einen Vertrauensbruch begehen?

Was helfen Instinkte, wenn alle physischen Beweise gegen die Situation oder Entscheidung sprechen?

In diesen Fällen kann es helfen, Kopf, Herz und Bauchgefühl wieder zu vereinen. Dazu können verschiedene Übungen dienen. Aus eigener Erfahrung empfehle ich hierzu z.B. die Ressourcenaufstellung oder den Lebensfluss (Timeline). Ich finde, manche Dinge können nicht alt genug sein, denn was früher funktioniert hat, tut es auch heute noch.

Wichtig bei allem ist jedoch, mit sich selbst und dem eigenen Umfeld sehr achtsam umzugehen. Achtsamkeit kann uns dabei helfen, für uns selbst gut zu sorgen. Und auch, dem eigenen Umfeld respektvoll und wertschätzend zu begegnen.

Ressourcen-Modelle liefern gute Anregungen, um deine Ziele anzupacken, deine Vorhaben zu verwirklichen oder um gute Entscheidungen zu treffen.

Allein die Intuition ist zu gewissen Punkten mit Vorsicht zu genießen.

Vor allem, wenn es Themen betrifft, zu denen die eigene, wenn möglich eher negativ behaftete Erfahrung tief verwurzelt und einseitig geprägt ist und dazu führt, an gewohnten inneren Strukturen anzudocken.

Dies kann dann tatsächlich zu komplexen und verschiedenen Eigenemotionen führen und leider auch mal in emotionale Einbahnstraßen.

Der Körper sendet trotz allem weiter Signale, auch Warnungen, z.B. durch dumpfe Gefühle oder Schmerz – doch das ist nicht zwingend Intuition. In solchen Momenten, wie ich sie hin und wieder erlebe, tue ich meist gar nichts, um zunächst ein inneres Gleichgewicht wieder zu erhalten. Manchmal erwischt mich auch ein Überschwall an Emotionen, die sich zum Beispiel durch Weinen oder Lachen äußern. Das ist solange unbedenklich, wenn die Emotionen wieder in Einklang geraten.

Damit mich meine Intuition weniger auf die falsche Fährte führt, sollte ich dann doch meinen Verstand benutzen, um die Situation soweit es möglich ist, auch rational zu bewerten. Alte Muster sind nicht gleich ein gutes Bauchgefühl. Sie verschaffen eben nur ein gewohntes Bauchgefühl.

Ach ja, und das Herz.

Das Herz ist die dritte im Bunde wenn es darum geht, gute Entscheidung zu treffen.

Es gibt wahre Herzmenschen und sehr rationale Menschen. Doch auch diese haben ein Herz.

Das Herz steht für unsere Emotionen, es füllt sich mit Blut und pumpt es im Sekundentakt durch unseren Körper. Es fließt durch all die Bahnen, spürt hin. Wenn der Blutdruck steigt, sind das Reaktionen, die immer mit einer Emotion einhergehen.

Etwas tut uns gut oder auch nicht, etwas erschreckt uns oder auch nicht, etwas bringt uns außer Kontrolle oder auch nicht. Das Herz steht für die Symbolik der Einheitlichkeit von allen drei Gestirnen: Kopf, Herz und Bauch.

Auf das eigene Herz zu hören, kann daher nie verkehrt sein. Wenn wir auf unser Herz hören und uns erlauben, in seine Tiefen vorzudringen, dann erkennen wir auch, welchen Schatz uns unser Leben bereit hält.

Deshalb ist es wichtig, im entscheidenden Moment achtsam zu sein und inne zu halten. Damit wir uns wahrnehmen und uns bewusst werden kann, wovon wir immer geträumt haben.

Wir vertrauen dann der Stimme unseres Herzens und damit der Stimme unserer Intuition.

Wenn ich einfach nicht mehr weiter weiß, dann hilft es mir, ein paar Tage (oder auch Wochen) so gut es geht von dieser Situation abzulassen und sie zu einem späteren Zeitpunkt neu zu bewerten. Dann verspüre ich auch wieder mehr des intuitiven Gefühls.

Im Falle meines eingangs erwähnten Erlebnisses kann ich nur sagen, dass ich meine innere Balance wiedergefunden und damit auch ein altes Muster durchbrochen habe. Geschafft habe ich das, weil ich mich seit Jahren darin übe, mein Urvertrauen zu stärken und damit mir selbst und dem Leben ansich am meisten zu vertrauen.

Das heißt jedoch nicht, dass sich dieses Muster nicht wieder meldet.

Das tut es. Es ist nämlich bequem und bekannt. Und dann fängt es wieder an weh zu tun.

Uns stehen Hindernisse im Weg, die wir lange nicht als solche erkannt haben.

Manchmal reden wir uns ein, dass unsere Träume ohnehin unerreichbar sind. Oder wir fürchten, dass wir Menschen, die uns nahestehen, verletzen könnten, wenn wir uns erlauben, das Leben zu führen, das wir uns wünschen.

Dann ist da die Angst zu scheitern. Die Angst, nicht gut genug zu sein. Die Angst, dass alles zusammenbricht, sobald wir den ersten Schritt wagen. Und das vielleicht größte Hindernis: Wenn ein Traum plötzlich greifbar wird, wenn er nicht mehr nur eine Idee ist, sondern Realität werden könnte. Dann schrecken wir zurück.

Weil genau das, was wir uns so lange gewünscht haben, uns plötzlich überfordert.

Für mich zeigt sich das besonders in der Liebe. Letztes Jahr habe ich dieses alte Muster durchbrochen, das mich seit meiner Kindheit begleitet hat: die Angst, jemanden zu verlieren.

Ich bin durch eine jahrzehntelange Phase gegangen, die mich herausgefordert hat, die mich verunsichert hat, die mich gezwungen hat, mir selbst zu begegnen. Aber genau in dieser Krise habe ich etwas gefunden, das ich vorher nicht kannte: ein stärkeres Gefühl für meine eigene Identität. Mehr Vertrauen in mich selbst. Und eine Form von Selbstliebe, die nicht von außen abhängig ist.

Das steht an erster Stelle. Immer.

Vielleicht ist das der Weg, wie wir Hindernisse überwinden: indem wir uns selbst zuhören, uns ernst nehmen und uns erlauben, mutig zu sein. Auch wenn es sich ungewohnt anfühlt.

Es sollte einen Punkt in unserem Leben geben, an dem wir beginnen, unserer eigenen Intuition zu vertrauen.

Wenn wir uns selbst ernst nehmen, wird es möglich, alte Muster zu durchbrechen.

Aus heutiger Sicht kann ich sicher sagen, dass ich darauf vertrauen konnte und auch weiterhin darf, dass ich gut damit umgehe. Ich gab mir ein Gefühl der Sicherheit und der Echtheit, mit jeder Erfahrung, die ich durchlebte, egal ob mit 14 Jahren oder 30 Jahre später.

Und ich bin aus tiefstem Herzen dankbar für diese Erfahrung, die ich zu diesem Zeitpunkt mit diesem Mann gemacht habe. Und ihm auch.

Es half mir dabei, diesen Schatz in mir selbst zu entdecken.

Das Leben schreibt ständig neue Geschichten.

Es tut gut, wenn wir diese Erlebnisse, die Kopf, Herz und Bauch in einem positiven Sinne vereinen, ganz tief in unser inneres Schatzkästchen verstauen.

Hin und wieder können wir einen Blick riskieren, einen Lichtstrahl entweichen lassen, ein Stück von diesen wunderbaren Erlebnissen zulassen, um sich davon zu nähren.

Denn am Ende ist es das, was uns innerlich wachsen und gedeihen lässt.

Was dazu führt, dass wir uns an neue Erlebnisse heranwagen.

Was dazu führt, dass wir Horizonte überschreiten, bei denen wir niemals vermutet hätten, dass wir nur ein kleines Stück an unsere Träume herankommen.

Kein Horizont ist zu weit entfernt.

Es braucht jedoch alles seine Zeit. Erlittene Verletzungen brauchen Zeit zum Heilen oder zum Vernarben. Schöne Erfahrungen sollen uns nähren.

Oft geht es um die Art und Weise, welchen Weg wir einschlagen, ob wir auch mal die Richtung ändern, zurückfallen und uns auf einen neuen Weg wagen. Wichtig ist, auch weiterhin auf uns und unsere Intuition zu vertrauen.

Ich bin mir sicher, dass das niemals falsch sein kann.

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